der fuss und seine fähigkeit zur anpassung

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die umformung der füße vom greif- zu einem steh- und lauforgan stellt entwicklungsgeschichtlich einen der wichtigsten schritte dar und unterscheidet den menschen vom affen. jedoch allzuoft erhalten unsere füsse nicht die ihnen gebührende aufmerksamkeit. meist beschäftigen wir uns mit ihnen erst, wenn es probleme gibt.

beim laufen haben die füße eine doppelte – sich nahezu wiedersprechende – aufgabe. beim auftreten sollte der fuss weich sein und die auftretenden kräfte so abpuffern, das sie nicht völlig ungebremst auf das ganze  achssystem und den körper übertragen werden können. beim abstossen wiederum muss der fuss als starrer hebelarm funktionieren, damit die auf den boden gerichtete kraft möglichst verlustfrei übertragen werden kann. um diese unterschiedlichen anforderungen erfüllen zu können, haben sich die füsse zu sehr komplexen gebilden aus jeweils 26 knochen, 31 gelenken, 29 muskeln mit entsprechenden sehnen, 50 bändern, rund 500 blutgefässen und nahezu doppelt so vielen nervenendigungen entwickelt. diese sorgen dafür, dass wir jederzeit über die bodenbeschaffenheit informiert sind.

damit ein fliessendes gehen möglich wird, können sich die füsse permanent an alle unebenheiten anpassen. dies wird durch das elastische fußlängsgewölbe – gebildet aus sprung -, kahn- und erstem keilbein – gewährleistet. die Verspannung dieses gewölbes erfolgt aktiv durch die muskulatur und bedarf daher eines ständigen trainings, um funktionsfähig zu bleiben. unterstützt wird die konstruktion von einem zweiten, dem sogenannten quergewölbe, in höhe der köpfchen der mittelfußknochen.

anatomisch unterteilt man den fuss in drei bereiche. der vorfuss wird gebildet von den fünf zehstrahlen, wobei die großzehe aus zwei, die anderen zehen aus jeweils drei gliedern bestehen. der mittelfuss besteht aus den fünf mittelfussknochen, den sogenannten metatarsalia. der rückfuss bzw. die fusswurzel wird aus sieben knochen gebildet. am markantesten ist das fersenbein, das unterhalb des sprungbeins liegt. letzteres ist über das obere sprunggelenk mit den unterschenkelknochen verbunden. zur fusswurzel gehören daneben noch das würfelten, das kahnfein und die drei keilbeine.

moderne lebensweise tut den füssen nicht gut. solch ein kompliziertes system ist natürlich auch störanfällig. schon geringe verschiebungen der kräftebalance können langfristig zu deformierungen führen, die alle beteiligten strukturen betreffen können. dabei sind es vorwiegend die vielen kleine einflüsse, wie unzureichende bewegung, übergewicht oder einengendes schuhwerk, die letztendlich zu störungen führen. schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80 bis 90 prozent der deutschen erwachsenen und immerhin schon 50 prozent der grundschulkinder fussdeformierungen aufweisen, wovon aber nur ein bis zwei prozent angeboren sind, d.h., der ganz überwiegende teil ist erworben. auch schon kleinere veränderungen sollte man nicht einfach auf sich beruhen lassen, denn sie können unter umständen die statik des gesamten körpers beeinflussen und auswirkungen z.b. in form von rückenschmerzen haben.

die gewölbekonstruktion ist besonders anfällig. fussdeformierungen treten meist schleichend auf, d.h., sie bleiben lange zeit unbemerkt und machen oft erst spät probleme. besonders störanfällig – da sie ja aktiv gestützt werden muss – ist die gewölbekonstruktion. so wird ein verstreichen des längsgewölbes im sinnes eines senkfusses häufig – da es zunächst nicht wehtut – nicht bemerkt. wenn das längsgewölbe ganz abgeflacht ist und der fussinnenrand den fußboden berührt, spricht man von einem plattfuss. senk plattfüße sind häufig kombiniert mit einer achsabweichung des rückfüsses, was man als knickfuss bezeichnet. beim sogenanntem hohlfuss ist das längsgewölbe verstärkt. dieser veränderung liegen oft neuro logische krankheiten zugrunde.

normalabweichungen im bereich des quergewölbes, d.h., wenn der mittelfußköpfchen auseinander weichen, bezeichnet man als spreizfuss. sie stellen die häufigste fussdeformität überhaupt dar. kommt es durch unphysiologische belastungen, z.b. durch zu hohe absätze, zu schmerzen im vorfußbereich, spricht man von einer metatarsalgie. meist kommt es dabei auch zu einer verstärkten schwielenbildung und einem typischen druckschmerz bei der untersuchung. häufig tritt eine metatarsalgie auch in kombination mit fehlstellung der zehen auf. besonders frauen leiden oft unter hallux valgus, hammer- oder krallenzehen. überlastungen des großzehengrundgelenks – häufig bei fußballspielern – können dort zu einer arthrose führen, die man als hallux rigidus bezeichnet. sehr schmerzhaft kann unter umständen ein sogenannter fersensporn sein. er entsteht, wenn es durch Überlastung der sehnenplatte unter dem fuss zu einer chronischen entzündung an der ansatzstelle unter dem fersenbein kommt. auf dauer wird in diesem entzündetem bereich kalk eingelagert, der „sporn“ entsteht und verstärkt die schmerzen bei jedem schritt.

mit sehen, tasten und methoden zur diagnose. gemeinsam ist allen fussfehlstellungen, dass sie möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden sollten, bevor es zu irreparablen schäden gekommen ist. das gilt nicht nur für sportler, die ihre füße intensiv einsetzen. zur diagnostik gehören selbstverständlich die ausführliche befragung des patienten und eine gründliche inspektion ohne und mit belastung der füsse. typische beschwielungsmuster und der blick auf die getragenen schuhe lassen oft schon rückschlüsse auf die zugrunde liegende veränderung zu. abtasten und eine bewegungsprüfung ergänzen die basisuntersuchung.

die therapie der erworbenen fussfehlstellungen erfolgt in der regel konservativ durch spezielle kräftigung der muskulären elemente.

tipps zur fussgesundheit:

* möglichst viel barfusslaufen vor allem auf unebenen belägen ( wiesen, strand, waldboden … )
* schuhe sollten genügend weit, groß und möglichst flach sowie aus atmungsaktivem material hergestellt sein.
* regelmässig fussgymnatik betreiben, z.b. ein handtuch, eine murmel oder einen stift mit den zehen greifen und aufheben, gehen auf den zehenspitzen, den fersen oder den fußinnen – und aussenkanten, füße über einem kleinen ball hin- und herrollen
* müsse regelmässig aktivieren, d.h. möglichst viel zu fuss gehen.

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