psychosomatik: was den nerven nützt

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was ist psychosomatik?

„wenn sich ein blatt bewegt, kann auch der ast erzittern“, sagt ein altes chinesisches sprichwort. nach den erkentnissen der modernen medizin, kann man es sinngemäss auf den organismus übertragen und sagen: wenn irgendetwas im körper nicht stimmt, bleibt kein organ unbeeinflusst. dieses „irgend etwas“ ist nun wirklich ein sehr weit gespannter begriff. ob wir uns nun den magen mit einer ungeeigneter diät verdorben haben oder ob wir sodbrennen bekommen, weil ein brief mit ärgerlichem inhalt kam, immer wird der ganze körper in mitleidenschaft gezogen, keine zelle lebt für sich allein.
diese erkenntnis ist durchaus noch nicht alt, beziehungsweise sie war lange zeit in vergessenheit geraten. nachdem man im mikroskop die zellen erkannt hatte, nachdem sich die lehre von der entstehung der krankheiten immer mehr auf das einzelne organ geworfen und nur mehr ein krankes herz, eine kranke leber oder eine kranke schilddrüse gesehen hatte, war der große überblick fast in vergessenheit geraten. während die alten ärzte sehr wohl noch immer den gesamtmenschen, die gesamtpersönlichkeit beurteilten, den willen des kranken, wieder gesund zu werden oder aber krank zu bleiben, in ihre behandlung einbezogen, hatten die Vertreter der „naturwissenschaftlichen“ medizin fast vergessen, dass der mensch aus mehr als einzelnen Organen besteht.

leib, seele und krankheit

da trat, von amerika kommend, eine neue richtung der heilkunde auf den plan und ihre prominenten vertreter lehrten nicht nur, dass lieb und seele ein ganzes seien, sondern dass der ursprung aller krankheit in störungen des seelenlebens zu suchen sei. sie konnten anhand genau studierter krankheitsgeschichten beweisen, dass es immer krisenzeiten des einzelnen menschen waren, in denen die eine oder die andere Krankheit auftrat. sie schossen aber doch vielleicht ein wenig über das ziel hinaus, wenn sie die ursache jedes knochenbruches in einem seelischen konflikt finden wollten. die grundlagen dieser lehre aber waren richtig, das haben heute wohl auch ihre ärgsten feinde anerkennen müssen: die seele (= psyche) und der leib ( = soma) sind eben nicht voneinander getrennt. wie sich eine kleine örtliche verbrennung auch in der funktion der hormondrüsen bemerkbar macht, so gibt es eine reihe von krankheiten, deren ursprung zweilfelsohne in einem überlastetem seelenleben zu suchen ist.

angst, das grundübel unserer zeit

„ich wäre vor angst fast gestorben“, sagt man im volksmund und vergisst dabei nur zu oft, dass man aus angst tatsächlich sterben kann. bedenken wir doch, welche beobachtungen jeder von uns an sich selber machen kann, wenn er einmal angst hat!
das herz klopft rascher und stärker, der atem geht hastiger, die hände werden feucht und in den verdauungsorganen gibt es ein mehr oder weniger deutliches rumoren. all dies sind körperliche auswirkungen einer empfindung. keine chemikalie, kein „natürlicher“ stoff, den man von aussen in den körper eingebracht hat, ist an den veränderungen schuld. warum also, fragte sich mancher wissenschaftler, sollte ständige angst nicht auch bleibende schäden hervorrufen können?

am eindrucksvollsten ist vielleicht die verbindung ärger und appetitlosigkeit. ist es dir nicht auch schon einmal so gegangen, dass dir eine unangenehme nachricht gründlich den appetit verdorben hat? nun, heute wissen wir, dass unangenehme nachrichten, angst und schrecken die verdauungssäfte völlig zum versiegen bringen können. der organismus hat jetzt andere sorgen, er ist ganz auf die abwehr des drohenden ereignisses eigestellt. höchste alarmbereitschaft lässt die zeit und ruhe erfordende tätigkeit der nahrungsaufnahme nicht zu.

sind die unangenehmen eindrücke auf ein normales maß beschränkt und haben wir zeit, uns anschliessend wieder zu erholen, so können wir eine ganz ordentliche portion angst oder ärger vertragen. wird der bogen aber überspannt, sind die erholungspausen zu kurz oder schwelt die angst im unterbewusstein dauernd weiter, so kann es zu schweren störungen kommen.
vor dieser situation steht aber der moderne mensch nicht nur aus einer einzigen ursache. von der sorge um die eigene existenz bis zur sorge, welche durch die existenz der atombombe hervorgerufen wird, gibt es genug sachen, über die man sich den kopf zerbrechen kann, – und manche nerven halten diese belastung eben nicht stand.

die folgen einer ständigenüberbeansprüchung müssen nun aber gar nicht am nervensystem selbst bemerkbar werden. freilich wird der eine oder der andere eben „nervös“. es gibt aber vielfach menschen, die äusserlich ruhig und gelassen bleiben, dafür aber zum beispiel herzbeschwerden bekommen. werden solche patienten vom arzt mit den rein naturwissenschaftlichen methoden untersucht, so kann mit bestem willen und bei größter sorgfalt nichts gefunden werden. das elektrokardiogramm ist normal, die herztöne sind in ordnung, auch im röntgenbild kann der arzt nichts finden und der blutdruck ist genau auf der richtigen höhe. dennoch klagen diese patienten über herzbeschwerden und über andere krankheitszeichen, die auf schwere veränderungen hinweisen. eine genaue  untersuchung fördert dann die eigentliche ursache zu tage: angst.
man schätzt in amerika die zahl solcher „herzkranker“ auf etwa fünf millionen! jede behandlung mit „medikamenten“ muss hier versagen. wenn es nicht gelingt, den patienten mit seiner angst auszusöhnen, ihn darüber aufzuklären, woher seine beschwerden kommen, werden sie ihm bleiben und warscheinlich eines tages zu tatsächlichen, sogenannten „organischen“ veränderungen führen.

die widerstandskraft sinkt

 

während die entstehung von magenleiden, herzbeschwerden usw. durch seelische ursachen verhältnissmässig einleuchtend ist, ist die frage doch immer sehr umstritten, wie weit seelische vorgänge an infektionskrankheiten schuld sein können. vor allem die tuberkulose wird immer wieder als eine krankheit hingestellt, die nur dann im orgnismus wirklich fuss fassen kann, wenn es die persönlichkeit des patienten ermöglicht. wenn man bedenkt, dass die hormondrüsen an der abwehr von infektionskrankheiten ganz wesentlich beteiligt sind, dass der vitaminhaushalt eine große rolle spielt, so wird man diese annahmen nicht ganz von der hand weisen können. allerdings wird die wahrheit – wie ja meist – in der mitte liegen. ist der ansturm der Bakterien zu stark und sind die äusseren umstände ungünstig, dann wird eben auch ein seelisch völlig gesunder und ausgeglichener mensch erkranken. freilich dürfen wir erwarten, dass er die krankheit leichter und rascher überstehen wird als sein mißmutiger und ängstlicher schicksalsgenosse.

auch die lebensnerven können „lernen“

 

man nimmt an, dass etwa die hälfte aller krankheitsfälle wenigstens zum teil seelische ursachen hat. welche mittel hat nun die moderne medizin gegen solche erkrankungen zur verfügung? bedenkt man, dass es sich ja meist darum handelt, das sogenannte unwillkürliche nervensystem zu beeinflussen, so scheinen die aussichten anfangs gering. hatte doch die Wissenschaft gelehrt, dass die „lebensnerven“, die den ablauf der lebensvorgänge regeln, vom willen nicht zu beeinflussen sind, weshalb man sie auch ausdrücklich „unwillkürliches“ nervensystem nannte. genaue forschungen, vor allem die beobachtungen an yogis usw., ergaben, dass das unwillkürliche nervensystem durchaus nicht so unbeeinflussbar sei, dass man vielmehr nach einiger übung sehr wohl seinem herzen befehlen könne: „schlage langsamer!“ und das der viel verspottete französischer apotheker coué mit seinem “ es geht schon besser, es geht schon besser“ gar nicht so unrecht gehabt habe.
wir können auch unser unterbewusstsein, dessen sitz die wissenschaftler etwa im zentrum des gehirns nahe bei der zentrale for die lebensnerven und den hormondrüsen vermuten, sehr wohl beeinflussen. indische fakire beherrschen diese kunst so gut, dass sie schier übermenschliche fähigkeiten entwickeln.

vorbeugung, nervösität und die entspannung

 

was den nerven nützt
was den nerven nützt

wer von uns hätte noch nicht das beängstigende gefühl gehabt, aus der tretmühle des alltags nicht mehr herauskommen zu können. die allgemeinen sorgen, immer überschattet von der großen sorge um die zukunft, scheinen uns zu erdrücken. sie verfolgen uns in den schlaf, sie verbittern uns den sonntag und vergällen uns den wohlverdienten urlaub. wir wissen es aus erfahrung: ein gut teil unseres urlaubes verbringen wir damit, uns erst daran zu gewöhnen, dass die tägliche hetzpeitsche plötzlich nicht mehr da ist. die verkrampfung greift tief in unser leben ein.

die flut der lebensbücher, angestopft bis oben mit guten ratschlägen, ist der beste beweis dafür, dass irgendetwas in unserem alltag nicht stimmt. dauernde anspannung, verkrampfung, die unmöglichkeit, sich einer wohltuhenden ruhepause hinzugeben, sind aber eine große gefahr für unseren körper und für unsere seele. viele, ja vielleicht die meisten störungen, die typischen erscheinungen der überlastungsschäden, haben ihre ursache in diesen sünden wieder die natur.

überall dort, wo zivilisation und technik in das leben noch nicht eingegriffen haben, finden wir die ruhepause als wichtigen bestandteil des täglichen lebens. kann nun der moderne mensch etwas gegen diese verkrampfung tun? es sei gleich laut und deutlich geantwortet: ja, er kann etwas tun!

im autogenen training, progressiver muskelentspannung nach jacobsen oder der achtsamkeitspraxis und meditation besitzen wir eine wirksame entspannungsbehandlung all jener krankheitserscheinungen, die durch übermässige verkrampfung entstanden sind. spüren wir solche verkrampfungen an uns selbst, können wir durch gezielte übungen, training und coaching in eigenverantwortung oder in begleitung eines trainers uns jene entspannungsübungen aneignen und zeigen lassen die für uns am effektivsten ist.

auf den willen kommt es an

droschenkutscherhaltung - eine Entspannungsübung for den kiefer
droschenkutscherhaltung

bevor wir mit entspannungsübungen beginnen, müssen wir uns ganz ernsthaft darüber klar werden, dass wir nur zum ziel kommen können, wenn wir geduld und den ernsthaften willen aufbringen, dem alltag für eine weile zu entfliehen.
das wir für äussere ruhe sorgen und darauf achten, dass wir während der entspannungsübung nicht gestört werden, ist selbstverständlich. auch innerlich soll man sich vorher entspannen, gedanken an unangenehme tagesereignisse verdrängt man für die ruhezeit! nun lassen wir uns bequem in den sessel fallen und bemühen uns, alle muskeln zu entspannen. der körper ruht bequem in sich selbst. wenn uns eine kopfstütze fehlt, schieben wir unseren sessel an die wand. beengende kleidungsstücke werden geöffnet. wir atmen durch die nase, vielleicht auch durch den mund, schliessen die augen und lassen als erstes den unterkiefer schlaff herabfallen. schon diese erste übung bringt uns das deutliche gefühl einer entspannung der gesichtsmuskulatur. die arme liegen schlaff auf der sessellehne, die beine sind je nach höhe des sessels locker nach vorne gestreckt. in dieser stellung verharren wir einige minuten. so wie wir die entspannungsübung langsam begonnen haben, müssen wir sie auch langsam beenden. wir schliessen als erstes wieder den mund und richten uns allmählich aus der lockeren stellung auf. dann erst öffnen wir die augen und bleiben noch eine weile sitzen.
eine andere entspannungsstellung, die wir besonders dann bevorzugen werden, wenn wir keinen lehnsessel zur verfügung haben, zeigt die abbildung. sie wird als „droschenkutscherhaltung“ bezeichnet. da das kinn in dieser haltung auf die brust gedrückt wird, können wir den unterkiefer nicht herabfallen lassen. trotzdem können wir die gesichtsmuskulatur entspannen und die lippen  locker lassen. auch in dieser stellung werden wir die erschlaffung der gesichtsmuskulatur spüren.

entspannung durch spannung?

ein viel, leider zu viel geübtes mittel, der spannung des alltags zu entrinnen, ist der häufige besuch spannungsgeladener kriminal- und abenteuerfilme und das lesen aufregender kriminalromane, die zweifellos im stande sind, uns von den sorgen des alltags eine zeitlang abzulenken. die spannungsgeladene atmosphäre eines aufregenden wildwestfilmes kann sicher aus den alltagssorgen herausführen. dass sie aber immer das richtige mittel sei, unsere verkrampung zu lösen, wird wohl niemand ernstlich behaupten wollen.

entspannung vor dem einschlafen

eine häufige erscheinung beim gehetztem menschen unserer zeit sind die schwerigkeiten beim einschlafen. die guten ratschläge, die uns von bekannten und verwandten zuteil werden, sind unzählig. der eine rät uns bis 1000 zu zählen, der andere verordnet einen kriminalroman, während der dritte meint, man müsse nur richtig einschlafen „wollen“. der kriminalroman ist wohl nur dann ein einschlafmittel, wenn er schlecht geschrieben ist, und der feste wille, einzuschlafen, ist häufig das größte schlafhinderniss. die alte methode des zählens hat da schon mehr aussichten auf erfolg. sie lässt uns durch die eintönigkeit eher hinübergleiten in das traumland.

um rascher einzuschlafen, können wir die einfache entspannungsübung auch im liegen durchführen. dabei müssen wir auf die stellung, in der wir allgemein einschlafen, rücksicht nehmen. wer häufig und gerne seitlich liegend einschläft, kann auch in dieser lage versuchen, den körper zu entspannen. man kann sich das gefühl der müdigkeit und schläfrigkeit buchstäblich einreden. dabei vergesse man nicht die wichtigsten voraussetzungen für ein gesundes schlafzimmer: es soll ein kühler, gut gelüfteter und möglichst ruhiger raum sein!

wenn man diese einfache entspannungsübungen einige zeit geübt hat, bemerkt man bald, dass man sie praktisch überall durchführen kann. man lernt sich vom lärm der umgebung los zu machen und die verschiedenen umweltreize fernzuhalten. wer die einfachen entspannungsübungen nur einigermaßen geübt hat, wird, ohne seine äussere haltung wesentlich zu verändern, auch bald einen weg finden, sich in der strassenbahn oder in den mittagsstunden im büro zu entspannen. er wird jede pause erfolgreich dazu benutzen können, sich den alltagssorgen ein wenig zu entziehen. auf diese weise können wir ohne großen zeitverlust und ohne besondere anstrengung viele krankheiten verhindern, die für die heutige zeit typisch sind.

entspannungsübungen sind zum beispiel auch ein probates mittel, um einen theaterbesuch besonders genussreich zu gestalten. wer sich in kluger voraussicht einen platz wählt, an dem er nicht besuchern, die knapp vor beginn der vorstellung kommen, jedesmal den weg frei machen muss, kann sich durch einfache entspannung besonders gut auf den bevorstehenden genuss vorbereiten.

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achtsam berührt sein – raum für entdeckung und wachstum
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