Familie und ihr Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung von Geschwistern

geschwister und persönlichkeitsentwicklung oder ihr Einfluss auf die Familie

„ Geschwister halten zusammen,
geben sich die Hand um sich aneinander fest zu halten, um sich nicht zu verlieren.

Sie sind wie ein Glied, aus dem selben Eisen geschmiedet, aber trotzdem verschieden.
Manchmal ein ungleiches Paar,
aber ein sich liebendes Paar.
Auf ewig miteinander verbunden,
auf ewig eins. “

Die Familie ist eine der wichtigsten und essentiellsten Bereiche im Leben eines Menschen. Verschiedene Wissenschaftler haben sich damit beschäftigt den Begriff „Familie“ zu definieren. Einer davon ist der Familiensoziologe Lüscher (1997, zitiert nach Schneewind, 1999). Nicht alle Familien sind auch Haushaltsgruppen (z.B. bei Trennung); Haushaltsgruppen umfassen neben der Familie als Lebensform auch andere verwandtschaftlich oder nicht-verwandtschaftlich begründete Lebensgemeinschaften (zum Beispiel zusammenlebende Geschwister oder homosexuelle Paare).

Leman (2004, S. 16-17) sagt über die Familie:

  • Die engsten und intimsten Beziehungen, die wir im Leben haben, sind dieinnerhalb unserer Familie – der, in der wir aufwuchsen, und der, die wir durchHeirat selber geschaffen haben.
  • Ein heranwachsendes Kind ist keinen prägenderen Einflüssen ausgesetzt alsdenen in seiner Familie (natürlich verbringen Kinder auch viel Zeit in der Schule, im Sportverein, in Jugendgruppen, und so weiter, aber das ist nur ein Tropfen in einem Eimer verglichen mit dem, was sie zu Hause erleben).
  • Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist fließend, dynamisch und von äußerster Bedeutung. Mit jedem neugeborenen Kind ändern sich die gesamten familiären Lebensbedingungen. Zu einem wesentlichen Teil wird das endgültige Schicksal eines Kindes von der Art bestimmt, wie Eltern mit ihm umgehen, sobald es in den Kreis der Familie eintritt.
  • Wir machen uns nicht genügend Gedanken darüber, wie unser Ast an den Familienbaum passt, Erstgeborene oder das einsame Einzelkind, Mittelkind oder Nesthäkchen – wir alle sprießen in eine eigene Richtung und leisten unsere eignen, einzigartigen Beiträge.Schneewind (1999, S. 18-19) meint: „Unabhängig davon, nach welchen strukturellen Gesichtspunkten sich Familien oder familienähnliche Lebensgemeinschaften unterscheiden lassen, besteht ein all diese Lebensformen fundierendes Merkmal darin,

 

dass ihre Mitglieder einen mehr oder minder großen Teil ihres Lebens gemeinschaftlich vollziehen. Durch die Art, Dauer und Dauer und Intensität des gemeinschaftlichen Lebensvollzugs entstehen Bindungen, die einen Einfluss auf die Person und ihre Beziehungen untereinander haben. Je nachdem, welche Bedeutung von „Familie“ im Vordergrund steht, werden auch andere Arten von Bindungen angesprochen.“

Veränderungen innerhalb der Familie

Im Laufe des letzten Jahrtausends haben sich die Kennzeichen der Familie gewandelt. Macklin (1980) stellt sehr anschaulich die traditionellen Kennzeichen der Familie und ihre „nicht-traditionellen“ Alternativen gegenüber.

  • „Traditionelle Perspektiven“: Legal verheiratet, mit Kindern, zwei Elternteile, Permanenz der Ehe, Mann als primärer Verdiener, Sexuelle Exklusivität,Heterosexualität, 2-Erwachsenen-Haushalt;
  • „Nicht-traditionelle Perspektiven“: Singles, nicht-eheliche Lebensgemeinschaften, bewusste Kinderlosigkeit, 1-Elternteil-Familie (ledig, früher verheiratet), Scheidung, Wiederverheiratung (binukleare Familien, mit/ohne Sorgerecht, Stieffamilie), Androgyne Ehe (einschließlich offene Ehe, Zweikarrieren-Ehen), außereheliche Beziehungen (sexuell offene Ehe, Partnertausch), gleichgeschlechtliche, intime Beziehungen, Multi-Erwachsenen-Haushalt (erweiterte Familien, Kommunen, Wohngemeinschaften);Familie Früher – HeuteIm Zeitalter der Industrialisierung war beziehungsweise ist die Familie einem Wandel unterworfen. Änderungen waren/sind einerseits eine sinkende Kinderzahl, verschiedene Arten von Geschwistern, wie Adoptiv-, Halb- und Stiefgeschwister sowie die Zunahme von Trennungen und Scheidungen. Weiters haben sich die Betreuungs- und Versorgungswelten der Kinder verändert. Neben den Eltern tauchen TagesbetreuerInnen, KrippenbetreuerInnen, KindergärtnerInnen, ErzieherInnen, LehrerInnen, und so weiter auf. Demnach haben es immer weniger Kinder immer länger mit immer mehr Erwachsenen zu tun. Die Annahme, dass Kinder früher intensivere Beziehungen zu ihren Geschwistern hatten ist laut Kasten (1998) zwar einleuchtend, aber kaum überprüfbar.Vor zwei bis drei Generationen hatten Kinder weniger Kontakt zu ihren Eltern oder zu anderen erwachsenen Bezugspersonen. Die Versorgung der Geschwister wurde meistens an das älteste Geschwister übertragen; die älteste Schwester war oftmals für den gesamten Haushalt zuständig. Das Erziehungsideal war die Konformität und Uniformität und bestand in der Anpassung an Traditionen, Sitten und Gebräuchen.

Kinder sollten gehorsam sein und sich ordentlich und anständig benehmen. Ältere Geschwister mussten Vorbilder sein, jüngere hingegen sollten sich unterordnen und sich am Modell orientieren. Heute ist die Erziehung individueller, partnerschaftlicher und demokratischer geworden. Direktives und autoritäres Verhalten beschränkt sich nunmehr zumeist auf einige wenige Situationen. Ein direkter Vergleich dieser beiden Erziehungsstile: früher uniformierend und autoritär / heute individualisierend und partnerschaftlich ist nicht möglich. Kasten (1998) nimmt an, dass Kinder den Erziehungsstil ihrer Eltern im Umgang mit ihresgleichen anwenden. Seine Untersuchungen – bei denen er Familien mit eher autoritärem Erziehungsstil und mit weniger autoritärem Erziehungsstil verglich – lieferten Anhaltspunkte für diese Annahme. Kasten (1998) weist aber darauf hin, dass sich Kinder bei autoritärem Erziehungsstil oft verbünden.

Kasten (1998, S. 19) sagt sehr klar: „Jedes Kind ist eingebunden in seine Familie und in die dort stattfindende Erziehung; es kann weder die Familie wechseln, noch in die Zukunft oder Vergangenheit reisen um in den Genuss einer anderen Erziehung zu gelangen.“

Früher erlebten Kinder in ihrer Kindheit weniger Veränderungen und waren kaum unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt. In der Gegenwart erlebt ein Kind in der Regel ein breites Spektrum an Veränderungen: Wohnortwechsel, Umzüge, berufliche Veränderungen der Eltern, Veränderungen der Familienstruktur (Trennung, Scheidung, Wiederverheiratung), Übergangssituationen, die kritische Lebensereignisse sein können (Kindergarten – Schule – weiterführende Schule), und andere. Sozialwissenschaftler sprechen davon, dass Geschwister immer weniger Zeit miteinander verbringen. Kinder haben viele Pflichten und sind in Institutionen (diverse Vereine) eingebunden, demnach sind ihre Bindungen weniger innig als im Vergleich zu früher. Laut Kasten (1998) ist dies aber nur eine Mutmaßung und nicht empirisch belegt.

„ Um ein Kind gut zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf “ afrikanisches Sprichwort

 Familienstruktur

Tausende von Jahren haben die sich verwandten Familien im gleichen Haus, Dorf oder städtischen gelebt. Selbst dann, als vor etwa 200 Jahren die modernen Städte entstanden, lebten sie weiterhin in einem nahen Umkreis voneinander. Die Struktur einer Familie entsprach einer grossen Ansammlung von Leuten: Grossettern, Eltern, Kinder, Schwägerinnen und Schwäger, Tanten und Onkel, Nichten und Neffen usw. Es gab regelmässig irgendwelche Anlässe, damit sie sich trafen. Die Familieneinheit war in der Lage, Probleme wie Krieg, Krankheit, Tod und Unglücksfälle gemeinsam zu meistern: Jeder hatte seinen Platz und der Zusammenhalt der Grossfamilie bot Sicherheit. In unserem Kulturkreis existiert die Familie in diesem sinn heute nicht mehr. In den industriell hoch entwickelten Ländern sind die Menschen (Familienmitglieder) „mobil“ und wohnen in verschiedenen Städten. Die heutige “Zwei-Kinder-Ettern-Hund“- Familie ist nur ein Bruchteil des Familienverbundes von einst und birgt deshalb die Gefahr der Vereinzelung und Isolation. Die jungen Familien sind heute gefordert, sich zusammenzutun, nach dem Motto: Man muss nicht verwandt sein, um verbunden zu sein.

Familienatmosphäre

Auch die Familienatmosphäre ist für die Entwicklung der Kinder von wesentlicher Bedeutung. Eine wettbewerbsorientierte Erziehung verhindert das Zugehörigkeitsgefühl der einzelnen Mitglieder. Eine Zusammenarbeit und somit eine friedvollere Familienatmosphäre kann dann entstehen, wenn die Eltern die Stärken ihrer Kinder wahrnehmen, fördern und jedes Kind zur Individualität und zu sozialem Verhalten ermutigen…

ein Referat von Anna Mastalerz zum Thema: Geschwister und ihre Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung. Die komplette Arbeit kannst du gerne auf der Seite neugierig? einsehen. Viel Spass beim lesen!

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