Der Pilz als Kraft Medizin der Schamanen und Heiler

Könnte der Baumschwamm Pilz bald die Chemotherapie ganz ersetzen?

Kann der Baumschwammpilz die Wandlung des menschlichen Verhaltens fördern?

Pilze umgibt  etwas Unheimliches. Über Nacht tauchen Sie aus dem Erdboden hervor, auf dem kurz zuvor noch nichts wuchs. Sonderbar leicht sind sie. Offenbar sind es Pflanzen, doch sie sind nicht grün.
Als Speise sind sie manchmal Feinschmeckerhappen, manchmal Gift. Gelegentlich verursachen Pilze Visionen. Es ist kaum verwunderlich, dass diese kleinen Pflanzen, die größten Exemplare der Familie der fungi , als magisch – dämonisch oder göttlich – angesehen wurden ( und mancherorts noch immer angesehen werden ). Die alte Steinskulptur aus El Salvadormit ihrem blumenartigen Nimbus scheint göttlich – oder zumindest gutartig – zu sein.

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Baumschwammpilz – Bild von Roland Schiegl

Pilze wachsen unterirdisch in Myzelium genannten Massen von dichten, weißen, verknäuelten Fäden. Unter günstigen Bedingungen können Sie 100 Jahre überleben. Schirmförmige Pilze haben unter ihren Hauben Kiemen, in denen sich Sporen entwickeln, die vom Wind verstreut werden und aus denen dann Fäden werden. Aus diesen erwächst ein neues Myzelium. Seit Tausend von Jahren werden Pilze in vielen Teilen der Welt verspeist und gezüchtet. In China und Japan wurde eine Diät mit Baumschwammpilzen mit legendär langem Leben assoziiert. Aktuelle medizinische Untersuchungen weisen darauf hin, das Zusammensetzung aus eben diesem Pilz das Immunsystem stärken und für eine bessere Verträglichkeit der in der Chemotherapie benutzten Medikamente sorgen, vielleicht auch das auftreten von Krebszellen reduzieren.

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Im religiösen Kontext genutzter Steinpilz ( ca. 30 cm. hoch), 400 v.u.Z.-250 u.Z.,El Salvador.

Reisende, die sich im 18.Jahrhundert in Sibirien aufhielten, berichteten, dass ein besonderer Pilz, der Fliegenpilz, von einer Anzahl von Stämmen als Rauschmittel benutzt und als heilig betrachtet wurde (Kiple 1:330). Dieser Brauch reicht vermutlich noch weiter zurück, vielleicht bis in die Steinzeit (EoR 15:284).
Schamanen in Sibirien und Alaska benutzten den Pilz, um die körperlichen Kräfte zu stärken und Trancezustände auszulösen. In einigen dieser Volksgruppen glaubte man, die Pilze würden von bösen Geistern bewohnt, die nur durch schematischen Zauber kontrolliert werden könnten (Anders, 154).

In der westeuropäischen Fantasie werden Pilze mit Schimmel, Verwesung, verrottenden Blättern und schleimigen Kröten assoziiert. Die englische Bezeichnung für „Giftpilz“, „toadstool“, bedeutet „Krötenwurzel“. In diesen Fantasien schwimmen Pilze im Gebräu von Hexen und gehören zur Welt der Feen. Oder das aus wilden Pilzen „Feenringe“ erwachsen, wenn sich ihr unterirdisches Wurzelwerk ausdehnt und so ein leeres Zentrum hinterlässt, den Tanzgrund der Feen, der einen Menschen gefangen halten kann.

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Alice im Wunderland

Generationen von Kindern werden sich an Alices klassische Begegnung mit der philosophischen Raupe im Wunderland erinnern (Carroll, 49-57), die auf einem Pilz hockt. Wenn Alice ein Stückchen von der einen Seite des Pilzes abknabberte, wurde sie größer und kleiner, sobald sie ein Stück aus der anderen Seite abgebissen hatte.
Unsere heutigen Erkenntnisse zu Halluzinationen über Körpergröße, die von Pilzen ausgelöst werden, mögen in solchen Geschichten aufscheinen.

In präkolumbischen Kulten um den heiligen Pilz, die in Mexiko und Zentralamerika immer noch lebendig sind, werden bestimmte Pilze (die zur Spezies der Psylocybine gehören) rituell verzehrt, um Heilungsprozesse oder hellseherische Fähigkeiten zu fördern und um sich in einen halluzinatorischen Zustand zu versetzen (Wasson 142ff). Pilzsteine wie der aus El Salvador wurden vermutlich schon um 1500 v.u.Z. bei den alten Vorformen dieser Kulte benutzt ( EoR 12:49).

Symbolisch gesehen verweist der Pilz auf unerwartete Erscheinungsformen, die in unsichtbaren, vegetativen Dimensionen bereits wuchern. Im bewussten Leben können Pilze Verzückung bewirken, Gefühle von Ausdehnung und Verwandlung erzeugen, nähren aber auch vergiften. Die „Pilzwolke“ zum Beispiel bedeutet explosive Verheerung und nukleare Umwandlung. Seit jeher wurden Pilze mit zweideutigen Geistern und den heiligen Ritualen assoziiert, die ihre Macht beschwören. Als ein zeitgenössischer Indianer vom Stamm der Mazatec in Oaxaca befragt wurde. warum der heilige Pilz nti si tho genannt wird, „das was hervorspringt“, antwortete er: “ Der kleine Pilz kommt von sich selbst, niemand weiss woher, wie der Wind, der weht, und wir wissen weder woher und warum“ (Wasson, 147)

 

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