Das Geheimnis der Farbpsychologie: Farben Bewusst Leben

farbenpsychologie-farben-ein-ideales-manipulationsinstrument

Überleben durch Farbe

Warum sehen wir unsere Welt eigentlich farbig und nicht in Schwarzweiß? Wozu dieser opulente Aufwand der Natur? Warum sind einige Lebewesen mit der Fähigkeit, Farben zu erkennen ausgestattet, andere aber nicht? Warum können gerade die Menschen Farben sehen – damit sie von den tollen neuesten knallroten Lippenstiftfarben noch stärker beeindruckt sind oder Milka als Lila erkennen können? Das kann doch nicht die ursprüngliche Funktion des Farbsehens gewesen sein.

Wie alles in der Natur, hat auch die Farbigkeit der Welt eine wesentliche Funktion für das Überleben ihrer Bewohner. Die Farbgestaltung trägt dazu bei, dass wir uns im Leben schneller und besser orientieren können und dadurch (besser und leichter) überleben.

Farben sind keine Erfindung der Modeindustrie, eines Malers oder anderen Künstlers. Sie wurden vom Schöpfer nicht dazu gemacht, um die Welt schöner zu gestalten, sondern haben auf das Leben der Menschen und auch der Tiere einen erheblichen Einfluss. Farben enthalten Informationen, die das gesamte Denken, Fühlen und Handeln prägen und steuern.

Farben – ein ideales Manipulationsinstrument

Für die Industrie und vor allem die Kommunikationswirtschaft ist das Wesentlichste, dass der Mensch die Wirkung von Farben willentlich so gut wie nicht beeinflussen kann. Daher sind Farben geradezu ideal zur Manipulation des Konsumenten geeignet.

Du glaubst das kann nicht möglich sein. Du lebst schon so lange in dieser farbigen Welt mit ihren prächtigen grünen Bäumen und Wiesen, appetitlich roten Erdbeeren, schwarzroten Heidelbeeren, den grellen Auswüchsen der Modeindustrie und den knalligen Farben der Werbeplakate – und eigentlich fühlst du dich überhaupt nicht beeinflusst? Das alles gehört für dich irgend- wie „dazu“, ohne dass es dir auffällt.

Stell dir eine Welt ohne Farben vor:

– eine graue Himbeere, von der wir nicht erkennen können, ob sie schon reif ist – statt des satten Himbeerrots, das uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt;
– eine graue Pflaume, die wir vielleicht kaum von einem Stein unterscheiden können – statt des satten prallen Lilablau einer reifen Pflaume, das uns Appetit macht;
– graue Wiesen, graue Blätter, graue Blumen, Trostloses anstelle von Beruhigendem, Schönen und Friedlichen;
– Giftiges und Verdorbenes unterscheidet sich nicht mehr vom Ungiftigen, Frischen.

Ein Leben in einer grau-in-grauen Natur ist schwer vorstellbar.

(Über)-Lebenshilfe in grauer Vorzeit

Gehen wir viele Millionen Jahre zurück in eine Zeit, in der es nur die Kommunikationsmöglichkeiten der Natur selbst gab, also Geräusche wie Blitz und Donner, Bewegungen wie z.B. Erdbeben und die Formen und Farben der Natur, an denen man sich orientieren konnte. Überlebt haben vor allem jene Lebewesen, die alle diese Zeichen richtig deuten konnten.

Ein Tier, das die rot lodernde Farbe des Feuers nicht erkennt und nicht rechtzeitig flüchtet, hat kaum Überlebenschancen; ein Organismus, der sich bei blauen Himmel, blauen Wasser nicht entspannen kann, wird in kurzer Zeit zu Grunde gehen etc.

Signale für den Organismus

Farben sind eigentlich Signale für den menschlichen und tierischen Organismus. Sie warnen den Körper, wie er reagieren muss, sie zeigen ihm, worauf er sich einstellen muss. Denke doch einmal an dich selbst: auch Du stellst dich aufgrund der Farbe auf das Kommende ein. Unser Körper tut dies ganz automatisch, ohne dass wir ihn beeinflussen können – z.B. beim Essen:

Psychologische Wirkung der Farben
Psychologische Wirkung der Farben
  • Beiße in eine Zitrone
  • Schließe die Augen und stellen dir eine gelbgrüne, saftige Zitrone vor. Stellen dir jetzt vor, du beißt in diese Zitrone herzhaft hinein;
  • spätestens jetzt wirst du bemerken, dass deine Speicheldrüsen zu arbeiten anfangen, weil sie sich auf ein saures Geschmackserlebnis vorbereiten.
  • Schließlich hast du in deinem Kopf ein Bild einer Zitrone entstehen lassen, die, wie wir aus der Erfahrung wissen, höchst sauer ist.
  • Manche machen sich derartige unbeeinflussbare Farbeffekte zunutze, in dem sie z.B. vor einem Blasorchester herzhaft in eine große gelbgrüne Zitrone beißen. Das führt dazu, dass die Musiker in ihre Instrumente spucken. Mit einer grauen, roten oder blauen Zitrone funktioniert dies nicht. Unser Organismus hat gelernt, dass Gelbgrünes sauer ist und sauer schmeckt, dass sich der Körper bei Gelbgrün auch auf Saures einstellen muss.Rot verleiht Flügel!

Die wirkungsvollste Farbe für Menschen und Tiere ist Rot. Rot aktiviert den Organismus. Wenn etwas in der Natur rot ist, bedeutet dies normalerweise „Achtung, aufpassen, es könnte eine Gefahr drohen“. Feuer und Blut sind in der Natur üblicherweise ein Signal dafür, dass der Körper möglichst schnell und möglichst effektiv reagieren muss, da sonst der gesamte Organismus vernichtet werden kann.

Die Farbe Rot verleiht im wahrsten Sinne des Wortes Flügel; sie lässt uns schneller laufen – vor allem davonlaufen! – da sie folgendes bewirkt:

– Bestrahle ich jemanden mit rotem Licht, dann kann ich messen, dass der Blutdruck steigt, die Pulsfrequenz sich von etwa 69–71 Schlägen/ Minute auf 100 Schläge erhöht, die Blutgefäße sich erweitern, der Körper wird in Bereitschaftshaltung gesetzt.

Rot verleiht Flügel!
Rot verleiht Flügel!
  • Das bedeutet, sehe ich Rot, kann ich auch schneller reagieren.
  • Die Farbe Rot fordert auch auf, sich nach ihr umzudrehen und hinzusehen, was da eigentlich los ist.

Darum wird Rot ja auch bei Werbung und Plakaten gerne verwendet. Oder denke an gewisse Etablissements, die mit gutem Grund in roter Farbe gehalten sind. Wahrscheinlich haben Versuche mit Blau keine besonderen Ergebnisse gebracht. Gebrochenes helles Rot und Rosa-Töne helfen, Depressionen zu überwinden; sie wirken depressionshindernd und stimmen in der Tendenz fröhlich.

 

 

 

beruhigendes Blau
beruhigendes Blau

Beruhigendes Blau

Eine sehr wirksame Farbe, die unseren Körper und unsere Körperfunktionen ebenfalls deutlich beeinflusst, ist Blau. Blau ist in der Natur immer das Signal dafür, dass rundherum alles ruhig ist. Blauer Himmel und blaue Wasser signalisieren, dass sich der Körper ausrasten kann. Die Farbe Blau hat auf den Körper einen beruhigenden, verlangsamenden Effekt.Wenn man jemanden mit blauem Licht bestrahlt – oder auch, wenn jemand verträumt auf das blaue Meer hinaussieht oder den blauen Himmel auf sich einwirken lässt –, dann kann man an ihm messen, dass sein Blutdruck sinkt, seine Pulsfrequenz fällt, sein Herzschlag langsamer wird und sich seine Blutgefäße erweitern. Unter dem Eindruck von Blau schaltet der gesamte Organismus auf Ruhe.

Aufpeitschendes Gelb

Die Farbe Gelb wirkt beunruhigend, aufputschend, aufpeitschend – aber nicht ganz im Sinne von Rot, das den Organismus ja in Bereitschaft versetzt. Zuviel Gelb löst eher eine nervöse Unruhe aus. Zimmer mit knallgelben Wänden auszumalen, wäre absolut kontraproduktiv, da sich die Menschen, die darin arbeiten müssen, sich unaufhaltsam einem Nervenzusammenbruch nähern, dafür wirkt es aber darmanregend. Im Gegensatz zu einem knalligen, kräftigen Gelb ist ein helles, weißhaltiges gebrochenes, bräunliches Gelb an den Wänden für die Stimmungslage durchaus positiv: ein sonniger, fröhlicher Farbton, der die Stimmung heben kann.

Heilendes Grün

Die Farbe Grün wirkt in der Tendenz beruhigend; allerdings hat sie keinen so starken Einfluß auf die Körperfunktionen wie Blau. Zartgrüne und lindgrüne Farbtöne bewirken sogar eine schnellere Heilung bei Krankheiten. Außerdem wirkt es antibakteriell. Weiters vergeht die Zeit in grünen Räumen schneller und man erträgt größere Geräuschpegel besser.

Deprimierendes Grau/Schwarz

Eine deutlich negative Wirkung haben dagegen Grautöne (etwa graue Wände). Sie sind depressionsfördernd und beeinflussen unser gesamtes Gemüts- leben überaus negativ. Die rabenschwarzen Gedanken und die depressive Stimmung von Gefängnisinsassen, die in grauen Zellen sitzen müssen, werden durch die dunkle Farbe der Wände noch weiter verstärkt.

Sogar gesunde freie Menschen bekommen auf Dauer in grauen bzw. schwarzen Räumen schwere Depressionen. Je dunkler das Grau wird und je eher es sich dem Schwarz nähert, desto stärker wird der negative Einfluss auf den Seelenzustand.

Menschen, die sich Wände schwarz ausmalen lassen oder die die Sicht auf Schwarz bevorzugen, sind auch häufig Selbstmordkandidaten. Farben können also nicht nur unseren Körper beeinflussen, sondern auch unsere Seele und unsere Stimmung verändern – unabhängig davon, ob wir das wollen oder nicht.

 

In kürze berichte ich einen weiteren Artikel zu diesem Thema und du erfährst welche psychologische Wirkung die einzelnen Farben haben. Danke für deinen Besuch bei – Bewusst Leben Gestalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.